von der Idee bis zum neuen Garten
Wenn Sie nicht zu dem recht kleinen Personenkreis gehören, die auf diese Frage ganz selbstverständlich antworten können, geht es Ihnen wie vielen unseren Kunden. Wer hat auch schon bereits mit einem Gartenarchitekt zusammen gearbeitet; selbst derjenige, der ein neues Haus bezieht, erhält dieses heutzutage oft "schlüsselfertig", man hat allenfalls Kontakt zum Bauträger, aber nicht zwangsläufig zum Architekten. Wenn Sie also in Erwägung ziehen, einen Gartenarchitekten für Ihr neues Gartenparadies hinzuzuziehen aber noch nicht wissen, was Sie genau erwartet, sind Sie in diesem Artikel genau richtig.
Am Ende des Artikels können Sie sich die Arbeitsphasen anhand einer kleinen Bildstrecke auch anschauen.
Der Gartenarchitekt ist quasi eine Subspezies des Architekten; daher sieht der Arbeitsprozess sehr ähnlich aus. Ein Projekt, in dem Fall Ihr Garten, gliedert sich in mehrere Arbeitsphasen, die sogenannten Leistungsphasen. Insgesamt gibt es davon 9 Stück; diese sind festgelegt und inhaltlich definiert in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI. Sie heißen im Einzelnen
Das mag sich im ersten Moment vielleicht kompliziert anhören, ist aber im Grunde genommen nichts anderes, als wenn Sie z.B. Ihre Wohnung oder Ihr Haus renovieren: zunächst machen Sie sich Gedanken darüber, wie groß die Räume sind, was Sie überhaupt alles machen wollen; dann entwickeln Sie erste Ideen, verwerfen eventuell das ein und andere bis Sie sich letztendlich im Klaren darüber sind, wie es werden soll. Dann nehmen Sie einzelne Räume genau unter die Lupe, messen aus, ermitteln erforderliche Mengen, treffen eine Produktauswahl, checken noch einmal die Kosten und gehen schließlich zur Realisierung über.
Nichts anderes passiert in den Leistungsphasen: zunächst werden Informationen zum Grundstück gesammelt und evtl. ein Vermesser für die Ermittlung der Höhen beauftragt, denn schließlich soll später alles passen.
Dann entwickelt der Gartenarchitekt auf der Grundlage gemeinsamer Gespräche mit Ihnen die ersten Ideen auf dem Papier; diese stellt er Ihnen vor. In der Regel gibt es an der ein und anderen Ecke noch etwas zu ändern und der Vorentwurf wird entsprechend angepaßt. Wenn die Ideenfindung weitgehend abgeschlossen ist, kann eine Kostenschätzung erfolgen, denn dann weiß man in etwa, welche Mengen an befestigter Fläche, Mauern, Grün und evtl. Einbauten es geben wird.
Eine gute Planung erkennt man an einem Garten, der wie
selbstverständlich wirkt - bis es soweit ist, sind einige
Wegetappen zurückzulegen. Nehmen Sie sich für die
Planungsphase Zeit: einen Garten baut man in der Regel
nur ein mal im Leben.
Manchmal kommt es vor, dass es Elemente in der Planung gibt, die genehmigungsbedürftig sind; ist dies der Fall, ist nun der Zeitpunkt dafür gekommen, diese von der entsprechenden Behörde genehmigen zu lassen, denn am "Grundgerüst" soll jetzt ja nicht mehr viel geändert werden.
Ist dies erfolgt, wird es Zeit für die Werkplanung; der neue Garten wird nun bis ins Detail und dort, wo es erforderlich ist, zentimetergenau geplant. In dieser Phase werden auch die Materialien diskutiert, evtl. bemustert und festgelegt. Am Ende der Werkplanung kann man ermittelt, welche Menge von was erforderlich sein wird.
Wenn auf der Baustelle später alles passen soll, muss z.T.
zentimetergenau geplant werden.
Jetzt ist die Zeit für die Ausschreibung gekommen (Vorbereitung der Vergabe). Die durchzuführenden Arbeiten werden innerhalb eines Leistungsverzeichnisses genau beschrieben, so dass der Gartenarchitekt sich Angebote von verschiedenen Firmen einholen kann. Der Vorteil bei der Durchführung einer Gartenumgestaltung mit einem Gartenarchitekten liegt darin, dass mehrere Firmen die Leistungen anbieten und somit ein Wettbewerb entsteht. Wenn die Angebote gesichtet und geprüft wurden und eventuell nachverhandelt wurde, wird der Auftrag schließlich an eine Firma vergeben.
Nun können die Arbeiten im Garten beginnen; der Gartenarchitekt überwacht, dass die ausgeführten Arbeiten der Planung entsprechen und nimmt dem Bauherrn dadurch eine Menge Zeit- und Nervenaufwand ab. Am Ende prüft der Gartenarchitekt die Rechnungen und nimmt die Leistungen gemeinsam mit dem Bauherrn ab.
Innerhalb einer Dokumentation werden nochmals alle Pläne und etwaige Änderungen, die sich im Laufe der Ausführung ergeben haben, zusammengeführt, sodaß zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück gegriffen werden kann.
Hinter Ihnen liegt nun eine spannende Zeit in der sich Ihr Garten Stück für Stück zunächst auf dem Papier, dann in Realität zu einem maßgeschneiderten Freiraum für Ihre Bedürfnisse entwickelt hat. Wir freuen uns immer wieder darüber, dass Bauherren, denen zunächst nur ein pflegeleichter Garten wichtig war, Ihren Garten in kürzester Zeit mit Neugier und Interesse neu entdecken und als erweiterten Wohnraum für erholsame Stunden nutzen.
In der nachfolgenden Bildstrecke zeigen wir Ihnen die Arbeitsphasen vom Bestand bis zum fertigen Garten anhand eines kleinen Gartens.
Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen, wie Gartenplanung mit B und S Gartenplanung funktioniert.
So sieht der Garten vor der Umgestaltung aus: unstrukuriert und trist
Unsere Kunden erhalten in der Regel eine Entwurfsmappe; hier das Deckblatt.
Innerhalb einer 3D Darstellung kann man sich den Entwurf besonders gut vorstellen.
Auf Grundlage des Entwurfes wird eine Kostenschätzung erstellt.
Fallen im Entwurf genehmigungspflichtige Elemente an, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, diese genehmigen zu lassen.
In der Werkplanung wird der Entwurf detailliert und Materialien festgelegt.
Zur Werkplanung gehört ebenso die Pflanzplanung.
Nachdem alles geplant ist, kann die Leistung ausgeschrieben werden um Angebote einzuholen.
Nach der Ideenfindung und der Planung wird der Garten realisiert: und dann: Zeit zum Genießen!
Noch ein Tipp zum Schluss: nehmen Sie sich für die Gartenplanung Zeit: in der Regel baut man seinen Garten nur einmal im Leben neu.